Partizipation als ewige Herausforderung für die Offene Kinder- und Jugendarbeit – Teilnahmeversuche von Jugendlichen anerkennen


für pädagogische Fachkräfte aus der Offenen Kinder- und Jugendarbeit  


Studien zur Partizipation von Kindern und Jugendlichen zeigen im Laufe des letzten Jahrzehntes Folgendes besonders deutlich:

– Nicht alle jungen Menschen haben gleichermaßen Zugang zu Partizipation und politischem Handeln. Gesellschaftliche Bedingungen wie soziale Ungleichheit bewirken, dass gewisse Gesellschaftsgruppen nicht ohne Weiteres die Möglichkeit haben, Gesellschaft mitzugestalten und darüber mitzubestimmen, wie sie leben wollen. Ob Jugendliche partizipieren, hängt also auch von der Lebenslage ab, in der sie aufwachsen und sich befinden. 

– Die bereits vorhandenen Versuche der Jugendlichen, zu partizipieren, werden von anderen Gesellschaftsmitgliedern oft als abweichendes Handeln wahrgenommen. Wenn die Fachkräfte in den pädagogischen Einrichtungen die bisherigen Partizipationsversuche nicht als solche (an-)erkennen können, haben sie auch keine Möglichkeit, diese aufzugreifen und zu fördern. Ob und wie Jugendliche partizipieren, hängt also neben ihrer jeweiligen Lebenslage auch davon ab, ob die Jugendlichen als partizipationsfähige Subjekte anerkannt werden, etwa indem ihr Handeln als Ausdruck gesellschaftlicher und politischer Interessen wahrgenommen wird.

Für die Offene Kinder- und Jugendarbeit – deren Auftrag die Ermöglichung von Partizipation ist – ergeben sich daraus zwei Konsequenzen: 

Erstens benötigen pädagogische Fachkräfte ein Wissen über gesellschaftliche Exklusionsprozesse, also darüber, wie ihre Adressaten/-innen von Partizipation ausgeschlossen werden, um diese Exklusionsprozesse zu vermeiden. Dazu werden während des Fachtags verschiedene Ergebnisse empirischer Studien vorgestellt. Gemeinsam wird diskutiert, wie es dazu kommt, dass große Teile der Gesellschaft nicht gesellschaftlich und politisch partizipieren (können) und dies auch selbst über sich sagen. 

Zweitens brauchen Fachkräfte Kompetenzen, die es ihnen ermöglichen, die Handlungs- und Aneignungsweisen ihrer Adressaten/-innen wahrzunehmen und deren gesellschaftliche und politische Interessen, Themen und Anliegen zu erkennen, diese aufzugreifen sowie davon ausgehend Kinder und Jugendliche in ihrer Partizipation zu fördern. 

Im Laufe des Fachtags werden dazu Methoden zur Förderung gesellschaftlichen Engagements (kurz: GEBe) vorgestellt, die im Rahmen eines Forschungsprojekts unter der Leitung von Prof. Dr. Benedikt Sturzenhecker entwickelt wurden und mit Kollegen/-innen aus der Praxis der Offenen Kinder- und Jugendarbeit getestet wurden. Jene sind für die pädagogische Arbeit mit Jugendlichen, die von Fachkräften oft als gelangweilt und uninteressiert beschrieben werden, entstanden und bieten Fachkräften sehr praxisnahe Tipps, wie sie die Partizipation ihrer Besucher/-innen zu deren lebensweltlichen Themen fördern können.
 

Inhalt

  • Basisorientierte Grundzüge des Schutzes von Kindern und Jugendlichen in Einrichtungen
  • Sensibilisierung für Dynamiken und Gefährdungen
  • Praxisorientierte Schutzkonzepte vor sexueller Gewalt und Übergriffen

Methoden

  • Diskussion
  • Entwicklung gemeinsamer Konzepte

Termin: 
18.09.–19.09.2018
Leitung: 
Moritz Schwerthelm
Ort: 
IB Hotel Friedberger Warte, 
Frankfurt am Main
Teilnehmerzahl: 
15
Seminar-Nr.: 
maf 004
Stichtag für IB-Mitarbeiter/-innen: 
21.07.2018
Seminarkosten für Externe: 
390,- EUR (inkl. Übernachtung und Verpflegung)

Ansprechpartner für inhaltliche Fragen: 
Gunnar Rettberg, Tel. 069 94545-216
Ansprechpartnerin für organisatorische Fragen: 
Elke Lenoir-Smalley, Tel. 069 94545-491

Sie können sich hier  
für das Seminar anmelden